Anbindung eines CISCO SPA112 Telefonadapters als VoIP-Client an einer Fritzbox 7270/7390 für Fax

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[update, 2017] Bitte unbedingt auch die Kommentare lesen!! Zum Beispiel sollte beim Codec eher g.711a statt g.711u eingestellt werden – das ist im Screenshot leider falsch abgebildet.

Im Rahmen eines Kundenprojekts benötigten wir eine Möglichkeit, ein analoges Faxgerät über VoIP an eine Fritzbox anzubinden, da das Gerät in einem weit entfernten Raum stehen sollte, zu dem bisher keine analoge Datenleitung gelegt wurde.

Aufgrund der bestehenden Standards bietet es sich an, das Gerät via T.38 auch intern mit der FritzBox zu verbinden. Dabei fungiert die FritzBox als SIP-Proxy bzw. SIP Provider gegenüber dem Faxgerät. So muss kein SIP-Provider als Dienstleister mit Extragebühren angebunden werden. Die ganze Konfiguration ist in Minuten erledigt und auch von angstfreien Laien zu bedienen.

Man benötigt im Normalfall (unser Testsetup ist Cisco SPA112, HP Officejet 5610 AIO und FritzBox 7390) folgende Komponenten:

  • Telefonkabel mit 4poligem “RJ10”-Stecker auf beiden Seiten (Achtung, wird nicht von Cisco oder HP mitgeliefert!) Eventuell muss man diese selbst basteln oder alternativ natürlich bei uns bestellen
  • Cisco SPA112 – Box
  • Netzwerkkabel zur Anbindung der Cisco-Box an die FritzBox (alternativ geht das ganze natürlich auch mit entsprechender, zusätzlicher WLAN-Infrastruktur – dazu in einem separaten Artikel mehr)

Nun muss zuerst der SPA112-Adapter in Betrieb genommen werden. Der Adapter von Cisco hat 2 Ports für analoge Telefone oder Faxgeräte. Diese müssen nun – soll ein Faxgerät angeschlossen werden – minimal angepasst werden. Dazu sollte man sich erst einmal am Adapter anmelden. Soweit das lokale Netz mit einem DHCP-Server auf der Fritzbox betrieben wird, sollte der Adapter automatisch eine dynamische IP-Adresse zugewiesen bekommen. Diese bitte in der Fritzbox nachschlagen. Das Gerät hat sich hier als SPA112 per DHCP angemeldet und kann dementsprechend aufgefunden werden. Bei korrekter Namensauflösung klappt eventuell auch ein Zugriff über http://spa112.

Standardzugangsdaten sind Username admin und Passwort admin

cisco1

Bitte prüfen Sie, ob die Firmware schon auf dem aktuellen Stand ist. Im Regelfall ist das nicht so, da die Absatzmengen dieses Geräts in Deutschland wohl eher niedrig sind.
Aktuell ist die Firmware: 1.3.5p. Sollte Ihre Version kleiner sein – der Download der neuen Firmware-Version hilft. Die XU-Variante vom Juli 2013 beinhaltet keine SRTP-Implementierung mehr. Wer darauf verzichten möchte, kann auch diese nehmen.

Der eigentliche Firmwareupload (die BIN-Datei innerhalb des ZIP-Archivs von Cisco) findet statt über Administration > Firmware Upgrade. “Datei auswählen” anklicken, BIN-Datei auswählen, Upgrade anklicken. Nach einem Boot steht der Adapter mit der aktuellen Firmware zur Verfügung.

admin-cisco5

Nun gleich noch im Administration-Bereich das Web Access Management mal von HTTP auf HTTPS ändern. Sicher ist sicher! (Anschließend ist der Adapter nur noch per https://… erreichbar)

admin-cisco6

Wenn nun der Adapter neu gestartet wurde, können Sie sich anmelden und die Einstellungen für den 1. Port für Faxversand und -empfang konfigurieren und anpassen. Sämtliche “echten” Rufnummerninformationen werden auf der Fritzbox konfiguriert.

Im Punkt “Quick Setup” lassen sich die SIP-Zugangsdaten für den Fritzbox SIP-Proxy eintragen (Standardnamen vorausgesetzt):

Proxy: fritz.box
Display Name: <beliebiger Name>
User ID: <Benutzername des auf der Fritzbox konfigurierten IP-Telefonanschlusses>
Password: <Auf der Fritzbox konfiguriertes Passwort für den IP-Telefonanschluss>

Dial Plan kann erst einmal so bleiben. Sollte es zu Problemen bei der Durchwahl kommen, so muss eventuell mal ein Techniker diesen Ausdruck analysieren :-).

cisco2

Nun muss für Fax T.38 noch aktiviert werden. Dazu in Voice > Line 1 diesen Modus aktivieren unter “FAX Enable T.38”. Die anderen Einstellungen sind wie im Screenshot zu treffen. Bei unseren Adaptern waren das aber alles Standardeinstellungen.

cisco3

Speichern. Fertig. Nun können Sie mit dem Cisco-Adapter und einem anzuschließenden, analogen Faxgerät über Port 1 faxen machen.

Sollte Ihnen die Fritzbox-Konfiguration auch unbekannt sein – hier noch kurz in Bildern die dortige Konfiguration anhand einer Fritz!Box 7390 mit Freetz-Erweiterungen:

fritzboxcisco1 fritzcisco2 fritzcisco3 fritzcisco4

Den hier eingetragenen Benutzernamen und das gewählte Passwort benötigen Sie beim Cisco-Adapter!

fritzcisco5 Fritz-Konfiguration für VoIP-Telefonie intern

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14 Gedanken zu “Anbindung eines CISCO SPA112 Telefonadapters als VoIP-Client an einer Fritzbox 7270/7390 für Fax

  1. Hallo Zusammen!

    Super Anleitung. Damit habe ich es endlich geschafft eine stabile FAX Lösung hin zu bekommen.

    Konfiguration:
    Windows 7 Prof. 64 bit.
    Fritzbox 7270v3 mit neuester Firmware von AVM
    Serielle Schnittstellenkarte von Perle CARD 1-Port SPEED1 LE Express Card. (Andere PCIe Karten hatten immer wieder Abbrüche)
    USR 56K Message Modem mit Treiber von USR.
    SPA112 mit neuester Firmware von 16.12.2013 von Cisco
    FAX Software: Gekaufte Version von Essential FAX.

    Wichtig bei o2 DSL ist die aktivierte T38 Option. Ohne diese aktivierte Option geht das FAXEN definitiv nicht.

    Rückfragen gerne.

    Viele Grüße
    Stephan

  2. Die Frage fällt etwas aus dem Rahmen … ist nebst Faxen auf Linie 1 auch mit anderer Nummer auf Linie 2 telefonieren möglich? Dh können zwei verschiedene Nummern auf 1+2 betrieben werden?

  3. Ich habe in etwa das gleiche Setup wie oben beschrieben. Jedoch kann ich mit dem Telefon an Line1 des SPA112 nicht intern einen anderen Anschluss der Fritzbox anrufen: Sobald die Sterntaste das zweite mal gerückt wird erhalte ich ein Besetzt Zeichen. Was mache ich Falsch?

  4. @Aaron Soweit ich mich erinnere, mag die Fritzbox ** – Kommandos von VoIP-Telefonen nicht komplett richtig deuten bzw. verstehen.
    Das Problem hatte ich mal bei einem Gigaset VOIP-Telefon und dessen Anbindung.
    Gibt es leider keine Lösung, außer, mal die ** zu *** oder **** erweitern und probieren…

  5. Hallo zusammen,
    leider hat bei die Anleitung gar nicht funktioniert.

    Firtzbox 7360, aktuelle Firmware und Cisco Box mit einem Kyocera Fax.

    Es geht kein Fax raus, es kommt immer nur eine Besetzt Meldung.

    Hat jemand eine Idee?

    Gruß
    Dirk

  6. Hallo zusammen,

    ich möchte hier kurz meine Erfahrungen und Recherchen zu dem Thema. Die Einstellungen haben bei mir leider auch nicht funktioniert. Ich musste abweichend von den Einstellungen hier unter “Voice > Line 1” folgende Änderungen vornehmen:
    – Preffered Codec: G711a (“u” wird in den USA und “a” im Rest der Welt verwendet)
    – FAX Disable ECAN: yes
    – Echo Canc Enable: no
    – Fax Passthru Codec: G711a

    Laut Aussagen im Internet kann man noch mit folgenden Einstellungen spielen, wenn das nicht zum Erfolg geführt hatte (aber bloß nicht alles auf einmal, sondern immer schön testen):
    – “Fax T38 Redundancy” auf “2” oder “3” setzten
    – “Fax Passthru Method” auf “re-INVITE” setzten
    – “Network Jitter Level” auf “very high” und “Jitter Buffer Adjustment” auf “no” setzten
    – “Use Pref Codec Only” auf “yes”

    Hier verweise ich auf die Anleitung vom SPA112 Seite 40 (“Optimizing Fax Completion Rates”). Bei einigen Einstellungen musste ich mir die Bedeutung im Internet aus unterschiedlichen Quellen zusammensuchen und für mich interpretieren.

    Viel Spaß damit…

  7. Bei den Faxthemen sollte man auch nicht vernachlässigen, dass sich mitunter ein VoIP-Anschluss anders verhalten könnte als ein “klassischer” ISDN-Anschluss und man hier noch weitere Parameter für die Kommunikation “nach außen” anpassen muss…

  8. Pingback: Anonymous

  9. Hallo liebe Techniker….
    Großer falscher Fehler in Ihrer Beschreibung! 🙂
    Gerade beim Anschluss via IP-Protokoll an die Fritzbox MUSS T.38 im SPA112/122 deaktiviert bleiben, weil: “Im lokalen Fritz-LAN dieses Protokoll eben gerade NICHT unterstützt wird!”
    Die FAX-Verbindungen, welche die Fritzbox dann nach “draußen” via VoIP (ISDN ist da ja außen vor)aufnimmt sind bereits in der Fritzbox Grundeinstellung konfiguriert. Dort ist nämlich T.38 nämlich regelmäßig eingeschaltet bzw. für den Bedarf aktiviert. Zwischen IP-Endgerät und FB jedoch muss T.38 ausgeschaltet bleiben, da sonnst der SPA112/122 versuchen wird T.38 zu aktivieren und dies schon zu Beginn des Handshakes und zu mit bloßem Ohr hörbaren Problemen und Unterbrechungen führt!
    Wenn der SPA direkte Verbindungen zum Provider via PPPoE oder ähnlichem aufnehmen soll ist, natürlich je nach Provider T.38 zu aktivieren. Nicht jedoch bei der LAN/Voip-Verbindung zur Fritte. Laut AVM unterstützt die Fritte gar kein Fax per eingerichtetem VoIP-Client!…geht aber wiegesagt trotzdem. Dies ist nachzulesen auf der AVM Seite.
    Beste Grüße
    Der Pitty

  10. Danke für die noch immer tollen und konstruktiven Beiträge. Mich erreichte per E-Mail noch eine Zuschrift, die nicht unerwähnt bleiben sollte:

    “Damit die FritzBox Kommunikation intern klappt, dies bei
    DIAL PLAN eintragen
    (*xx|**[1-2]|**5[1-8]|**61[0-5]|**62[0-9]|[3469]11|0|00|[2-9]xxxxxx|1xxx[2-9]xxxxxxS0|xxxxxxxxxxxx.)

    Möchte auch nochmal darauf hinweisen, dass der Preferred Code G711a sein muss. Werksseitig ist G711u für USA eingestellt.”

    Das mit dem G.711a stimmt natürlich. Leider scheint es in der Kommunikation mit ISDN oder halt VoIP und den jeweiligen Gegenstellen immer mal wieder “Miskonfigurierte Endgeräte” zu geben. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Dokuments funktionierten die meisten Fax-Versendungen einwandfrei.
    Insofern ist die schiere Konstellation der Geräte mit und ohne Fritzbox als SIP-Server etc. pp. nach wie vor ein steter Quell der Freude ;-).

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